„LAUT GEGEN RECHTE GEWALT“

Die Alternative-Tour

Deutschland hat ein Problem mit rechtsextremistischen Terrorbanden und einer zunehmenden Zahl von Jugendlichen, die bereit sind, Ausländer aus dem Land zu prügeln. 138 Menschen sind seit der Wiedervereinigung durch rechtsradikale Angriffe ums Leben gekommen. Die maßlose Gewalt und Brutalität macht sprachlos, hilflos, fassungslos. Und doch gibt es Menschen, die sich dem rechten Mob mutig in den Weg stellen. Viele kleine Initiativen, die Tag für Tag aufschreien, die nicht weglaufen, die sich vor Ort mit den Schwierigkeiten befassen. Auch wenn aus den Medien Meldungen über rechtsextremistische Gewalttaten in diesem Jahr wieder weitgehend verschwunden sind, ist das Problem nicht kleiner geworden.

Universal Music, Motor Music, Mercury, das Magazin Visions, der stern, die Textilmarken Fred Perry und Lonsdale sowie Büro LÄRM haben sich aus diesen Gründen entschlossen, ausgewählte Anti-Rechts-Initiativen mit einer bundesweiten „Alternative“-Tour zu unterstützen. „Laut gegen rechte Gewalt“ heißt das Motto und Spaß muss es machen - welche Musik würde sich also besser eignen?

Mit dabei waren Such A Surge, Sportfreunde Stiller, Emil Bulls, 4LYN, NTS, Kungfu, Substyle, Herzer u.a.. Nach den Konzerten ist die Party noch nicht vorbei: Mit auf Tour geht auch der Hamburger Real Alternative Music Club „Hörsturz“.

4LYN

Petra Husemann, Managing Director von Motor Music, begründet die Initiative des Labels wie folgt: „Schon bei der Hip Hop-Tour fanden wir bei Motor die Initiative der Künstler zugunsten der Amadeu-Antonio-Stiftung sehr begrüßenswert. Künstler haben ja in der Tat oft Vorbildcharakter für viele Jugendliche und können durch Ihr Engagement in dieser Sache sicher eher Denkanstöße geben, als mancher Lehrer oder die Eltern und dafür sorgen, dass Politik bei den Kids überhaupt wieder zum Thema wird“. „Wir engagieren uns bei der Tour, weil wir als ausländisches Unternehmen nicht akzeptieren wollen, dass rechtsradikale Gedanken wieder populär werden in Deutschland.", sagt Peter Friesenhahn, Deutschlandvertreter der Marke Fred Perry. Völlig zu unrecht wird auch die Textilmarke Lonsdale in die rechte Ecke gestellt. Seit langem unterstützt das Unternehmen Anti-Rechts-Projekte, hat aber die Buchstabenfolge NSDA im Schriftzug. Das brachte dem englischen Sportbekleider ungeliebte Neonazis als Kundschaft, die er lieber heute als morgen wieder los wäre. 

Die Tourkosten wurden von der Universal Holding, Fred Perry, Motor Music und der Mercury übernommen. Lonsdale stellte für die Alternative-Tour 2000 T-Shirts zur Verfügung. Der Gewinn aus den Eintrittseinnahmen wird an die Aktion „Mut gegen rechte Gewalt“ des stern gespendet und kommt Anti-Rechts-Initiativen zugute, die von der Berliner Amadeu-Antonio-Stiftung ausgewählt werden.

Mit dabei waren:

Datum

Ort

Bands

Mi., 30.01.02 Neumünster, Sagerhalle 4LYN, Substyle, NTS, Kungfu, Herzer
Do., 31.01.02 Hamburg, Grünspan 4LYN, Substyle, Kungfu, Herzer, Cosmotron, freiTag
Fr., 01.02.02 Berlin, COLUMBIAFritz 4LYN, Emil Bulls, Substyle, Kungfu, Herzer, freiTag
Mi., 06.02.02 Halle, EASY Schorre Such A Surge, 4LYN, Emil Bulls,  NTS, Kungfu, Herzer, freiTag
Do., 07.02.02 Jena, Reithalle Burgau Such A Surge, Sportfreunde Stiller, 4LYN, Emil Bulls, NTS, Kungfu, Herzer, freiTag
Fr., 08.02.02 Cottbus, Glad-House Such A Surge, Sportfreunde Stiller, 4LYN, Emil Bulls, NTS, Kungfu, FreiTag, Herzer
Sa., 09.02.02 Rostock, MAU CLUB Such A Surge, 4LYN, Kungfu, NTS, Herzer, freiTag

Moderation aller Termine war: Tanja Mairhofer (ehemalig Viva 2 „2Rock“)

 

Hier Fotos vom 1.2.02/ Berlin

Weitere Fotos vom Auftritt der einzelnen Bands:

Emil Bulls

4LYN

Kungfu

FreiTag

Herzer

Substyle

 

 

 

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