TokTok

Toktok wird immer zusammen geschrieben. Toktok ist ein Berliner Techno Phänomen, das als unbeirrbare Sound-Maschine seit zehn Jahren seinen Sound von der Härte besetzter Häuser bis hin zu den Pop-Perlen von heute moduliert, ohne jemals den Beat zu stoppen. Toktok wird inzwischen von Nerk und Fabian Feyerabendt betrieben und bildet seit zwei Jahren zusammen mit der Sängerin Soffy O. ein Trio, das genausogut auf der Tanzfläche wie in den Charts funktioniert, wie sich mit "Missy Queen´s Gonna Die" in Deutschland gezeigt hat und sich demnächst auch in UK und den USA erweisen dürfte. Dazu wird 
mit dem zurückgelehnten "Day Of Mine (Ludicrous Idiots)" und dem Album "Toktok vs. Soffy O" der drei aus Berlin international nachgelegt.
Toktok von heute ist das Produkt einer Evolution, die 1993 in der Ruinenlandschaft eines Squats namens Shizzo Tempel begann und von den britischen Hardcore-Nomaden des Spiral Tribe inspiriert wurde. Am Anfang stand die Übertragung des Punk-Prinzips auf die elektronische Musik, was vor allem bedeutete, dass der Sound unmittelbar auf der Tanzfläche erzeugt wurde und niemals aufhören durfte. Damit wurde aber auch eine zweite Linie aufgegriffen, nämlich die des deutschen Kraut-Rocks aus den 70ern, die Toktok mit zahllosen Gästen und strikt improvisierten vierundzwanzig-stündigen Live-Sets fortführte, die unter dem Titel "KrautTok" liefen.
Das frühe Toktok war ein Kollektiv aus zahllosen Aktivisten und veranstaltete in abwegigen Kellern und Clubs Partys mit Live- und DJ-Sets, die im Zweifelsfall immer von der der Polizei beendet wurden. Aus dieser Startzeit überlebte zunächst eine Quartet, dem neben Nerk und Fabian Feyerabendt noch C14 und Anton Waldt angehörten. Dazu kam noch Stefan Küchenmeister, bis heute der offizielle Toktok-DJ. Bis 1997 entstanden in dieser Konstellation auch zahllose Vinyls, die vor allem auf den Toktok-Labels Gema-Records und V-Records veröffentlicht wurden. Ab 1997 begann allerdings eine Phase, die Toktok wahrscheinlich nur überlebte, weil es als Sound-Maschine längst ein Eigenleben entwickelt hatte, das stärker war, als die persönlichen Lebenswege seiner 
Aktivisten. Der Aufbruch der frühen Berliner 90er war in dieser Zeit definitiv vorbei und Toktok war die Party im Zweifelsfall immer wichtiger gewesen als die Stringenz von 
Veröffentlichungen oder abwegige Dinge wie PR in eigener Sache. Ganz im Gegenteil schien sich Toktok vor 1997 einer Manifestation jenseits von 12 Inchs geradezu zu verweigern und so verschwanden gleich eine ganze Reihe von Masterbändern von 
einzelnen Hits und ganzen Konzept-LPs. Vordergründige Ursach-en waren tschechische Platten-Presswerke mit zuviel Faible für Karel Gott, absurde Zollbestimmungen, holländische Vertriebs-Betrüger, die sich als Speed-Junkies mit Hang zur schweren Bewaffnung entpuppten, und schließlich ein Brand im Toktok-Studio, dem neben den einzigen Kopien des Albums "Play Big" beinahe auch DJ Rush zum Opfer gefallen wäre, der dort gerade zu Gast war und an Tracks arbeitete.

Den zahllosen Rückschlägen folgte eine Zeit der Agonie und erst Ende 1999 entstand Toktok neu und überraschend wurde das Album "Run-Stop-Restore" durch keine Widrigkeit von der Veröffentlichung abgehalten. Kurz darauf traf die Sängerin Soffy O auf Toktok, womit endgültig die aktuelle Phase des Projekts eingeleutet wurde. Die ehemaligen Hausbesetzer haben zwar ihre Herkunft nicht vergessen, aber genau darum hat sich der Sound heftig weiterentwickelt und so bekennt Nerk 2002 freimütig: "Ich glaube an den lieben Pop". Soffy O kam 1999 aus Schweden nach Berlin und gilt inzwischen als beste Techno-Stimme der Stadt. Sie hat sich als idelae Ergänzung der 
bewährten Live-Qualitäten Toktoks erwiesen und gibt den Jungs an den Maschinen im Hintergrund nicht nur eine Stimme sondern auch die körperliche Club-Präsenz jenseits der Basssbox. Nach einschlägigen Tanzflächenerfolgen in ganz Europa und Japan wird das Trio seit 2001 auch von eastwest unterstützt, was sich bereits in Chart-Erfolgen und Auszeichnungen wie [zwei] German Dance Awards niederschlug. Außerdem werden die Videos jetzt professionell produziert und nach dem zu "Missy Queen´s Gonna Die", das von der Splatter-Legende Jörg Buttgereit realisiert wurde, kommen die bewegten Toktok-Bilder zur aktuellen Single "Day Of Mine (Ludicrous Idiots)" von Ulli Lindemann und Nelly Stumpf.

 

Toktok war bei kenfm am 16.12.01

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NEWS AUGUST 2002
Die Speerspitze der Berliner Elektronik/Underground-Szene ist auf dem besten Weg die internationale Pop-Welt zu erobern. In England boomt der Sound von "Toktok vs. Soffy O" gerade unter der Bezeichnung "Electroclash" als das neue dicke Ding aus Berlin. Der Sound: 80er Jahre Elektro trifft auf moderne Dance und Pop Elemente. Dazu gesellt sich Soffy O's bemerkenswerte Stimme und Ihre absolut charismatische Ausstrahlung. Das Ergebnis: großartige, sehr eigenständige Musik, wie man sie schon lange mal wieder hören wollte.

Als Vorgeschmack auf das Album gibt es zunächst die Single "Day Of Mine (Ludicrous Idiots)" (VÖ: 02.09.02). Der Sound hat Biss, die Bässe schrauben sich in ungeahnte Tiefen, und der Text versprüht subversiven Humor. Unverkennbar Toktok.

Das Album "Toktok vs. Soffy O" erscheint am 6. Oktober.

 

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