CURSE
|
|
|
FOTO: P.Preuß |
|
Curse ist zurück. „Mindestens
Mindens Finest“ (rap.de) und einer der „innovativsten
deutschen Rapper“ (MKZwo) veröffentlicht sein neues Album „Innere
Sicherheit“. Nach dem Debüterfolg „Feuerwasser“,
dem Top Ten-Album „Von Innen
Nach Aussen“ (u.a. „Bestes Album National 2001“ in der JUICE)
und einem VIVA Comet-Award in der Kategorie „Beste Künstlerhomepage“
(*), kommt der verfluchte Verbalist jetzt, am Ende des dritten Monats
des dritten Jahres im dritten Jahrtausend unserer Zeitrechnung, mit
seinem dritten Album. Und richtig: Aller guten Dinge sind drei. War das
zweite Album schon ein gewaltiger, gewagter und gewinnender Schritt,
dann ist das dritte ein Quantensprung. So reif, musikalisch,
abwechslungsreich, mutig und innovativ klang Curse noch nie. Die Texte: persönlich, poetisch, politisch. Die
Musik: live und programmiert. Von besten Beats mit klassischen Querflöten
(„Ich versteh Dich“),
entspanntem Klavier („Goldene
Zeiten“ feat. Max) und kranken Computersounds („Rap
Gesetze 11-20“) bis zum „Rocksong“ „Schocktherapie“
mit Ron von 4Lyn und dem abgefahrenen „Und
was ist jetzt?“, einer Pianoballade, die zum gitarristischen
Punk-Abriss mutiert. Die Produzenten: Von der „alten Riege“ mit
Beatbolide Busy und Sieben über den Hamburger Ill Will, den Münchner
Iman, die Kroaten Koolade, Dash und Dooks bis zu einem 24-jährigen
Mindener „mit Beinamen Curse“. Die Gäste: Neben Max und Ron von 4Lyn auch der grandiose
Gentleman (auf dem von Sieben produzierten Spirit-Song „Widerstand“), die MCs Stress und Trauma (
„Gleichgewicht“), sowie
last but not least die „Mindener Kosengos“ Italo Reno und Germany.
Schon die ersten Töne des Openers „Alles
wird besser“ überraschen angenehm. Zu den Posaunen von Ring Ding
und dem dicken Beat von Sieben verkündet Curse:
„Ladies and Gentlemen,
willkommen zurück. Innere Sicherheit! Es fühlt sich sehr gut an wieder
bei Euch zu sein!“ Die Botschaft ist positiv, persönlich und
politisch. Der tiefsinnige und tiefstimmige MC macht gute Reime zum bösen
Spiel. „Innere Sicherheit“ meint eben nicht nur die persönliche,
sondern auch die (innen-) politische.
„Bei jedem meiner Alben kristallisiert sich erst nach einer gewissen
Zeit heraus, wie es wird“, erzählt Curse
bei einer Tasse feinstem grünen Tee in seiner noch nicht ganz bezogenen
neuen Wohnung in Minden. (Experten merken: Curse
brüht getrocknete Kräuter auf, statt sie abzufackeln. Und nach Berlin
umgezogen ist er auch nicht.) Dann erklärt er: „Seit
etwa einem Jahr lerne ich „Shinkendo“ und Iaido“ (japanischer
Schwertkampf). Als ich neulich für die DVD zum Album mit meinem Sensei
ein Schwert geschmiedet habe, habe ich gemerkt, dass es da viele
Parallelen zu einer Albumproduktion gibt. Es gibt einen klaren Prozess.
Aber während dieses Prozesses merkt man erst, was sich da entwickelt.
Wenn man das Schwert nachher in der Hand hält, sieht es ganz anders
aus, als man es sich vorgestellt hat. Trotzdem ist es genau das Ding,
das durch diesen Prozess entstanden ist. So ist das mit einem Album
auch. Irgendwann kommt der Punkt, wo ich merke: Okay, in die Richtung
geht es. Dann ist die Vision da. Und ab dann arbeite ich gezielt auf
diese Vision hin.“ Beim neuen Album stand sogar der Titel schon früh
fest- eigentlich eher ungewöhnlich für Curse.
„Der Hauptaspekt ist die
personenbezogene innere Sicherheit“, sagt er. „Ich
weiß, was ich machen will, was ich hören will und was mir Spaß macht.
Und dass ich es jetzt nicht irgendwelchen Leuten recht machen muss,
sondern einfach darauf schaue, was für ein Album ich gerne von mir hören
möchte.“ Er pausiert für einen Moment und erinnert sich dann an
die kurze Phase im Sommer 2001, als er sich fest vorgenommen hatte, ein
Partyalbum aufzunehmen. „Aber
ich wollte dann doch nicht wirklich ein Partyalbum von mir hören“,
sagt er kopfschüttelnd. „Außerdem kriege ich am Tag 10-15 E-Mails und die Leute schreiben
halt nicht: „Hey, wenn ich in den Club gehe, hör‘ ich deine
Songs.“ Sondern die schreiben, dass ihnen meine Songs was sagen, wenn
es um deren persönliche, private Probleme geht. Da hab ich gemerkt,
dass das auch viel mehr das ist, was ich eigentlich machen will.“
Dieser Mut zur inneren Sicherheit hat schließlich auch die
Produktionsweise beeinflusst.
„Es war mir wichtig, meine Vision auch musikalisch umzusetzen, in
gewisser Weise „musikalischer“ zu werden“, erzählt Curse. „Als Alex Auer, der
Gitarrist von Xavier, ins Studio kam und den Track zu „Hand Hoch“ hörte,
fielen ihm sofort tausend Sachen dazu ein. Früher bin ich eigentlich
nie so auf E-Gitarre abgefahren. Aber als ich diesen Typen bei einem
Fernsehauftritt, den ich mit Xavier zusammen gemacht habe, gehört habe,
bin ich ausgeflippt! Da war mir klar: Ich will nicht irgendeine Gitarre
haben, sondern ich will den Typen. Am Anfang gab es da nur diesen
zerrissenen, hochgepitchten Loop. Jetzt ist Alex‘ Gitarre das tragende
Element, weil er auch die Chords unterstützt hat. Anschließend haben
wir noch Orgel und Bass dazu gespielt, dann sogar das Rhodes noch mal
verändert. Irgendwann hatten wir 70 Spuren und haben vier Tage zum
Mischen gebraucht. Dann kam noch der Gospelchor von Vanessa Mason aus
Berlin dazu! Es ist unglaublich schön, so was zu erleben.“ Natürlich
liegt dem musikalischen MC, der auf seinem dritten Album teilweise sogar
selbst die Hooks singt („Alles wird besser“), nach wie vor alles am
Inhalt. Er sagt zwar: „Manchmal
denkt man sich auch: Ich weiß schon, warum ich das hier alles mache und
es ist auch eine geile Sache. Aber checken das die Leute?“ Dabei
weiß er genau: „Innere
Sicherheit“ ist
definitiv das erste Curse Album,
das overall eigentlich auch politisch ist.“ Und genau das ist
etwas, wogegen er sich früher oft gewehrt hat. „Ich
meinte immer: „Ich mache nichts politisches, vergesst es! Ich hab
„Licht und Schatten“ und „Warum nicht“, das reicht.“ Aber auf
dem neuen Album ist der Tonus schon, obwohl ich dieses Wort hasse, aber
irgendwie ist er „sozialkritisch“. In der heutigen Zeit ist es doch
so: Alle sind schlecht drauf, alles ist teurer geworden, die Leute haben
keinen Bock mehr, verlieren ihren Job, die ganze Musikindustrie heult ´rum,
die Fans stehen nicht mehr auf deutschen Hip Hop – nichts geht mehr!
Ich will gerade in so einer Zeit positive Musik machen! Deswegen ist das
neue Album eben auch vom Gesamtding eigentlich sehr positiv. Es ist
nicht so in sich gekehrt, wie „Von Innen Nach Aussen“, sondern eher
eine positive Sache. Und das bedeutet auch, dass „Innere Sicherheit“
auch auf diesen politischen Aspekt bezogen ist: Außen Chaos, aber im
Inneren Sicherheit.“
Curse‘ neuer Weg ist die logische Konsequenz all dessen, was der
24-jährige bisher gemacht und was ihn dabei ausgemacht hat. Die Summe
der Erfahrungen, die er bei der Arbeit an seinen beiden Alben, auf Tour
oder im Studio mit Xavier Naidoo oder RZA gesammelt hat. Erlebnisse,
durch die er die nötige „Innere
Sicherheit“ gewonnen hat, über Themen wie die politische „Innere
Sicherheit“ zu reimen. Vor seinem kurzen Abstecher nach Japan, wo
im Juni tatsächlich „Von Innen
Nach Aussen“ veröffentlicht wird, geht Curse
auch wieder auf Tour. „Natürlich
mit einer kompletten Liveband!“, sagt er. „Das
ist zwar momentan noch eine Kalkulationsfrage, aber ich bin auch nicht
wirklich bereit, davon abzugehen. Eher verzichte ich auf Zahlungen, die
ich sonst kriegen würde.“ Kein Zweifel: Curse
ist zurück. (*)
Offz.
Homepage: www.curse.de |
|
Release Konzert zum G.B.Z. Connectz Sampler war am 23.08.02 Berlin / Columbia Halle und CURSE war dabei. Die Fotos gibt es hier. |
|
CURSE am 23.03.03 in Berlin zu Gast bei kenfm. Weitere Fotos... |
![]() |
CURSE bei berlinova 2003 und er hatte einen Gast auf der Bühne! |
|
Foto: Petra Preuß |
|
„Ich hab nichts gegen Gangsta Rap. Ich hab nichts gegen Gangster, die rappen. Im Gegenteil man, ich lieb den Scheiß, doch zu viele von den Jungs glorifizieren den Scheiß!“ Der deutsche HipHop hat sich in letzter Zeit sehr gewandelt. Die Aufmerksamkeit ruht nicht mehr auf den “besten” Rappern, sondern auf denen, die die größte Kontroverse verursachen. Viele Rapper versuchen bewusst über Disses zum Erfolg zu gelangen. Andere deutsche Rapper kopieren das Image aus Amerika, drehen Videos in denen halbnackte Frauen und Autos zu sehen sind und pflegen so ihr “Gangster-Image". Auf dieses Phänomen geht Curse in seinem neuen Song “Gangsta Rap“ ein. “Der Track ist kein Diss gegen Gangsta Rap, sondern ein Statement zum absoluten Ungleichgewicht in der heutigen Rap-Landschaft. MC’s verkaufen sich über Image und Beef und die Medien präsentieren den Jugendlichen den Zirkus, als wäre es das, und nur das, worum es heutzutage im Rap geht,“ so Curse. “Gangsta Rap“ wurde von Claud, der Schweizer Produzenten-Entdeckung von Curse produziert, und von keinem Geringeren als Curse’ langjährigen Partner, Sascha “Busy“ Bühren gemixt und gemastert, der schon den Sound für so ziemlich jeden namhaften deutschen Black Music Künstler veredelte. Der Beat von “Gangsta Rap“ entspricht den typischen Gangster Songs mit einem harten, rollenden Beat und Sirenen. Durch den Text von Curse wird der Titel aber in eine völlig andere Richtung gelenkt. Es geht nicht darum, sich ein Image aufzulegen und alles zu glauben, sondern der Realität ins Auge zu sehen: "Du willst so sein wie dein Idol, so groß, so hart, so krass? Darum willst du Knarren und Koks? Doch wenn der coole Rapper wirklich soviel kokst, dann wär er nicht der coole Rapper, Denk mal nach, er wär am Arsch und broke." Die Single "Gangsta Rap" erscheint am 14. Oktober 05 über Subword/ SONY BMG in einer günstigen 2-Track Version mit einer speziellen B-Seite. Parallel dazu wird nur für eine kurze Zeit eine streng limitierte Version mit vielen Extras erhältlich sein. “Gangsta Rap ist kein Zeigefinger, Gangsta Rap ist das Gleichgewicht, und somebody's gotta say it,“ - Curse Text: Sony Bmg
|
|
„Ich bin der erste Solo-MC in Deutschland, der vier Alben gemacht hat.“ sagt Curse im September 2005 über seine mit 27 Jahren schon erstaunliche Lebensleistung. Zwei Jahre ist es her, dass der Mindener mit Innere Sicherheit sein letztes Album veröffentlichte und nun steht mit Sinnflut Album Nr. 4 in den Startblöcken. Dessen erste Single wird Gangsta Rap heißen und liefert auf einem Clubbeat eine eigenständige Stellungnahme zum zurzeit stärksten Sub-Genre HipHops. Repräsentativ dafür steht die Hookline: „Ich hab nichts gegen Gangsta Rap/ Ich hab nichts gegen Gangster, die rappen/ im Gegenteil, ich lieb´ den Scheiß/ doch zu viele von den Jungs glorifizieren den Scheiß“. „Gangsta Rap ist sicher die direkteste Reaktion meines Albums auf die Entwicklung der deutschen HipHop-Szene. Der Rest der Platte orientiert sich weniger an Dingen, die um mich herum passieren. Es heißt nicht Sinnflut, weil ich sagen wollte ´Alles draußen ist schlecht´, sondern weil es mir unabhängig von den Aussagen anderer darum ging, auf meinem Album Storys und Bilder zu vermitteln. Ich bin kein Hater oder Anti-Typ. Ich bin pro Ich.“ kommentiert Curse die Namensgebung. Über den Entstehungsprozess von Sinnflut erzählt er: „Im Vergleich zum letzten Album habe ich mir deutlich mehr Zeit gelassen. Aus weit über 500 Beats sind cirka 50 Songs entstanden, die alle lange auf einem Ordner meines Rechners schmorten, sich überwiegend parallel entwickelten und aneinander gereift sind. Das Album ist deshalb auch wieder deutlich homogener als Innere Sicherheit. Du machst es an, machst es aus und hast eine zusammenhängende Geschichte gehört, bei der dich ein Song zum nächsten leitet. Alle Leute, die die Platte gehört haben und meine Geschichte kennen, sagen ´Das ist das 2005/2006-Update von Von Innen Nach Aussen.´“ Während Innere Sicherheit als experimentierfreudige Platte in verschiedene Richtungen abbog, wird Curse von den sich soundästhetisch perfekt ergänzenden Instrumentals von Sashliq und Claud auf Sinnflut wieder zu seinen Wurzeln im HipHop zurück geführt. „Sashliq und Claud haben das Album als Main-Producer geprägt. Das übrigens auch inhaltlich, weil man sich mit Beiden intellektuell intensiv auseinander setzen kann und das zu Ideen und Konzepten führt. Ihr enormes Talent und ihr sample-hafter Umgang mit eingespielten Instrumenten hatten auch zur Folge, dass Sinnflut nichts von der auf dem Weg über Innere Sicherheit gewonnenen Musikalität eingebüßt hat.“ Was auf den überwiegend soullastigen und smooven Beats der Beiden stattfindet, ist in erster Linie Kino für den Kopf. Am beeindruckendsten hier sicher Herbstwind, ein von Claud produziertes, knapp neun-minütiges Stück in drei Akten. Atmosphärisch packend erzählt Curse die Geschichte einer auf zwei Kontinenten spielenden Beziehung, die zum Scheitern verurteilt zu sein scheint, und gibt tiefe Einblicke in das Seelenleben der Protagonisten. Als intelligent umgesetztes und entspannt hörbares Konzept kommt Links Rechts daher, welches Curse´ Homie Italo Reno featured. Mit interessantem Ende stellen die Beiden in zwei Strophen zwei unterschiedliche Charaktere dar, die im Abstand von wenigen Minuten dieselben Orte passieren. Auch 24 hat seinen ganz eigenen Ansatz, lässt die Nacht eines One-Night-Stands filmisch am Hörer vorbei ziehen und demonstriert die Relativität von Zeit und Glück. Einer der wichtigsten Songs des Albums dürfte Struggle feat. Samir sein - in nachgestellten Zwiegesprächen mit dem Mindener Nachwuchs mit teilweise realem Hintergrund, geht Curse aus eigener Erfahrungen schöpfend gegen die Perspektivlosigkeit der Jugend an – „each one teach one“ at its best! Als Beweis seiner Behauptung, kein Hater oder Anti-Typ zu sein, scheint Show Love mit Vanessa Mason zu fungieren und als Zugabe an die Techniker sind in C.U.R.S.E. die ersten Double-Time-Raps des Mindeners auf Platte zu hören. Aufgenommen wurde das von Busy gemischte Sinnflut größtenteils in Curse´ eigenem Studio. Während man Sashliq von Sieben schon von zahllosen Curse-Classics wie Denk an mich, Soulmusik und Viel leichter kennt, ist Claud für viele sicher ein neuer Name. Wer Sinnflut hört, ahnt, dass dieser Zustand vorübergehender Natur bleiben wird. Nachdem Claud kürzlich schon mit Sektion Kuchikäschtli das erste Schweizer HipHop-Album ablieferte, welches mit Gold ausgezeichnet wurde, stellt er auf Sinnflut erneut enormes Talent als Arrangeur und Composer unter Beweis. Die ganz großen Namen kommen diesmal jedoch ausnahmsweise von jenseits des Atlantiks: „Ich bin unglaublich stolz, der erste Europäer zu sein, mit dem Pete Rock zusammen gearbeitet hat. Pete hat mir original zehn Beats zur Auswahl gegeben, und da waren richtig krasse Sachen dabei. Am Ende konnte ich ihn sogar dazu überreden, noch die Hookline zu singen - so ein bisschen wie bei The World Is Yours von Nas.“ Das zweite Instrumental aus den USA stammt von D.R. Period: „D.R. Period hat ja auch schon Beats für Samy und Afrob gemacht. Was die wenigsten jedoch wissen ist, dass er auch der Produzent von Ante Up, How about some hardcore? und Broken Language von Smooth Da Hustler und Trigger Da Gambler ist. Als ich ´96 in New York gewohnt habe, war das das Ding in Amerika. Davon hat er mir nun die 2005-Version gegeben.“ Quasi auf Anregung D.R. Periods hat Curse mit Blick auf das Original auch einen zweiten MC mit an Bord genommen und so seinen ersten Song mit Samy Deluxe gemacht. Neben dem schon erwähnten Pete Rock-Vokalbeitrag wird vor allem auch der Gastauftritt von Black Thought auf dem von Roy Marquis II produzierten Flutlicht für Aufsehen sorgen. „Hier geht es um Spitten und sonst nichts. Black Thought ist für mich schon ewig einer der ganz Großen und nun haben wir es geschafft, mit ihm während der letzten Europa-Tour der Roots diesen Song aufzunehmen.“ erzählt Curse euphorisiert über die Begegnung mit einem seiner Vorbilder. Curse über die gegenwärtige deutschsprachige HipHop-Szene Auch wenn Curse sein Album nur begrenzt als Stellungnahme zur aktuellen Entwicklung der hiesigen HipHop-Szene begreift, hat er als deren Bestandteil natürlich eine differenzierte Meinung: „Jede Münze hat zwei Seiten. Ich finde es richtig geil, dass nun auch endlich mal harter HipHop eine breite Plattform gefunden hat und nicht mehr nur Songs gehört werden, die schmoov oder jiggy und letztlich poppig sind. Einige Sache davon feier ich auch richtig. Was mir hier zurzeit aber fehlt, ist Gleichgewicht. In Amerika hast du für jeden Game einen Kanye West und für jeden 50 Cent gibt es Common. Game sagt aber nicht ´Fuck Kanye West´, sondern macht mit ihm gemeinsam Tracks. Für Jay Z sind Common und Talib Kweli die besten Rapper, und von Common hörst du ´Jay Z - he ´s the king of the game´. In den USA haben die Typen halt die Eier, zu sagen ´I like that shit´. In Deutschland ist dagegen alles extrem auf Hate. Wenn du Bushido heißt, kannst du Curse nicht geil finden, weil das in deinen Kreisen als uncool gilt. Wenn du Curse heißt, erwarten die Leute, dass du Sido scheiße findest. Es geht extrem viel über ´anti´ und Image. Viele MCs wurden in letzter Zeit nur bekannt, weil sie irgendwen gedisst oder ein so aufgeblasenes Image bekommen haben, dass sie nicht mehr zu übersehen waren. In den USA war Jay Z einfach so dope, dass man schlicht nicht an ihm vorbei kam. Das ist ein Unterschied und dafür respektiert zu werden, halte ich für erstrebenswert.“ Curse über seine Alben Feuerwasser (2000) „Beim ersten Album war ich noch „new in the game“ und wollte einfach alles abhaken: den Lady-Song, den Sauf-Song, den Diss-Song - jeden Style. Außerdem entstand Feuerwasser in einer Zeit krasser Umstellungen und Einschnitte in meinem Leben. All das sind Gründe, weshalb das Album im Vergleich zum Nachfolger eine weniger klare Ausrichtung hat.“ Von Innen Nach Aussen (2001) „Auf Von Innen Nach Aussen musste ich dann extrem viel verarbeiten. Fünf Minuten vor Abgabe von Feuerwasser kam es ja noch zur Trennung von der Frau, die ich eigentlich heiraten wollte. Dennoch hatte sich Feuerwasser gut verkauft, und so galt es, mit starken positiven und negativen Erfahrungen klarzukommen. Ich habe ein lange Reise gemacht und ein ziemlich introvertiertes Album geschrieben, auf dem ich meine Situation reflektierte.“ Innere Sicherheit (2003) „Bei Innere Sicherheit war es das dann erste Mal so, dass der Albumtitel schon vor dem Album selbst existierte. Innere Sicherheit bedeutete ´Ich bin Curse, habe mein Standing, kann machen, was ich will – also tue ich das auch!´. So entstanden der Reggae-Song, der Gospel-Song, der Song mit Piano usw. … Das hatte positive und negative Folgen. Positiv war, dass ich sehr viele Leute dazu gewonnen habe, vor allem älteres Publikum. Viele andere kamen dafür mit der Offenheit der Platte nicht klar und es war interessant festzustellen, wie schnell sich die Einstellung von Leuten in der Szene änderte. Menschen, die eben noch meinten ´Du bist der Shit, mein Homie, mein Freund´, wollten plötzlich nichts mehr mit mir zu tun haben. Die konnten das nicht trennen und nur sagen ´Ich finde das Album nicht cool´. Das hat mir unglaublich die Augen geöffnet.“ Sinnflut bildet nun den nächsten Schritt in dieser in sich logischen Entwicklung und liefert die Essenz von Curse. So wie es im Moment aussieht, wird es auch keineswegs sein letztes Album bleiben „Ich denke mir zwar oft ´Nicht mit mir Jungs, ich bin raus´, aber für jeden dieser Momente springe ich mindestens zweimal aus der Dusche, weil ich gerade wieder krasse Einfälle Lyrics hatte, die dann noch im Bad zu Papier gebracht werden müssen. Das zeigt mir immer wieder, dass es einfach nicht anders geht.“ Text: Sony Bmg |
![]() |
ALBUM: VÖ: 2.12.05 Sony Bmg / Subword
|
|
|
SINGLE: VÖ: 24.03.06 Sony Bmg / Subword
|
|
|
|
2008 |
|
Album „ Freiheit “ CURSE hat mit seinem neuen Album „Freiheit" Platz 12 der deutschen Albumcharts erobert. Kein Wunder, schließlich erntete CURSE von allen Seiten Lobeshymnen und Respektsbekundungen für „das interessanteste und mutigste Album, das ein deutscher Rapper seit Jahren veröffentlicht hat“ (Juice 10/08). Von einem „geschlossenen Gesamtkunstwerk“ ist die Rede, aber auch von einer „neugewonnenen musikalischen Weite“.Im November wird CURSE nun die neue Single „Bis Zum Schluss“ releasen - einen Song, der zu den absoluten Favoriten unter den Fans auf „Freiheit“ gehört. Zusammen mit SILBERMOND hat CURSE diesen Song geschrieben und produziert, wie es zu dieser Konstellation kam beschreibt CURSE ganz unverblümt so: „Die Story hab ich schon oft erzählt, aber sie ist immer wieder unterhaltsam. Meine von Vodka-Kiwi (was war das überhaupt für ein Drink!?) ziemlich angeheiterte Wenigkeit wollte Steffi Komplimente zu Silbermonds Musik und ihrer fantastischen Stimme machen, und zu meiner Freude entpuppten sich die Lady und die Band als CURSE – und vor allem „Und Was Ist Jetzt“ – Fans.“Zusammen haben sie einen Song geschrieben, der offensichtlich vielen aus der Seele spricht: in "Bis Zum Schluss" geht es um den Kampf für eine zu Scheitern drohende Liebe . Das Video hierzu wurde am vergangenen Wochenende in Venedig gedreht, aber mehr wird noch nicht verraten. Neben der Antwort auf die Frage, wann und wo die Videopremiere stattfindet, könnt ihr in den nächsten Tagen und Wochen bis zum Release diverse Anekdoten wie z.B. den diversen Drinks und Gesprächsthemen die dem ersten Treffen zwischen CURSE und SILBERMOND bisher gefolgt sind, Videos u.a. Behind-the-scenes Footage aus dem Studio und vom Video Shoot sowie neue Snapshots auf dem CURSE BLOG auf www.curse.de anschauen.Ab dem 14.11. steht „Bis zum Schluss“ als 2 - und 5 - Track Version in den Läden, macht euch schon auf die eine oder andere Überraschung bereit. Das Album „Freiheit“ steht natürlich in allen Läden und einschlägigen Downloadshops bereit… Doch wem das alles nicht genug ist, der darf sich bereits jetzt auf eine Reihe von Konzert -Terminen freuen, die CURSE samt Live-Band durch Deutschland führen wird. CURSE on Tour (präsentiert von Juice, laut.de und Yavido) 02.11. Oberhausen - Zentrum Altenberg 03.11. München – Ampere 05.11. Hamburg – Grünspan 06.11. Stuttgart – Zapata 07.11. Berlin – Postbahnhof 08.11. Köln – Gloria 09.11. Darmstadt – Centralstation |
|
© 2000-2008 by P.Preuss / Backstage7
|