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SPN-X
sind: Nico(la) - rote Haare Michael(a) - blaue Haare Aleks(andra) - blonde Haare (Frau) Pupe - Brille
Das Interview führten Christoph Neumann und Suzanne Oertl Ihr
gebt euch freiwillig Mädchennamen. Wärt ihr gern eine Girlie-Punk-Band? SPN-X:
„Eigentlich wären wir gern als Frauen zur Welt gekommen. Es wäre
extrem spannend, mal für einen Tag eine Frau zu sein und zu sehen, wie
sich das anfühlt.“ Wie
und wann habt Ihr euch kennen gelernt? SPN-X:
„Wir sind zusammen auf eine Schule gegangen und haben uns dort vor
sieben Jahren kennen gelernt. Aleksandra und Nicola haben früher schon
gemeinsam in einer Band gespielt – der Name: „Ein rasantes Musik“.
Dann haben sie sich den damaligen Disco-Türsteher „Frau Pupe“ als
Schlagzeuger hinzugeholt. Michaela hat zu diesem Zeitpunkt noch in einer
Hippie-Band gespielt. Vor drei Jahren ist er zu uns gestoßen und seit
dem stehen wir als SPN-X auf der Bühne. Wie
kam es zu eurer Bewerbung für den f6 Music Award? SPN-X:
„Unser Manager hat uns gefragt, ob wir es nicht versuchen wollten.
Eigentlich hatten wir keinen Bock mehr auf Talent-Wettbewerbe. Wir haben
schon an vielen teilgenommen, die Jury hat jedoch nie unsere Musik und
die Texte verstanden – gewonnen haben wir nie. Wir haben es uns dann
doch anders überlegt, haben uns beworben
und: durften teilnehmen. Beim f6 Music Award war es anders: Die
Stimmung, die Leute und vor allem das Equipment. Dort stand 1A Technik,
eine riesige Bühne und der Sound war unbeschreiblich. So etwas hatten
wir vorher noch nie erlebt.“ Habt
ihr euch für die Konzerte besonders vorbereitet? SPN-X:
„Wir haben Bier getrunken und die Setlist erstellt.“ Das
ist ja kaum zu übertreffen. Stieg das Lampenfieber vor dem Finale –
nach dem Motto ‚zusammenreißen und wieder gewinnen‘? SPN-X:
„Nein, eigentlich nicht. Wir haben ein, zwei Mal geprobt und dachten
ganz einfach: Wenn’s einmal klappt, klappt’s auch beim zweiten Mal.
Ehrlich gesagt fühlten wir uns besser als die anderen Bands. Wir hätten
ein größeres Spektrum erwartet. Hinzu kommt, dass wir entsetzlich
viele Pannen auf der Bühne hatten, z.B.: Michaela ist der Gitarrengurt
gerissen, er hatte glücklicherweise einen zweiten mit, und Nicola hat
sich das Kabel rausgetreten. Als ernste Konkurrenz sahen wir „Nevis“
und „Boon“. Was
habt ihr nach der Preisverleihung erlebt? SPN-X:
„Wir haben bis in den Morgen hinein gefeiert, mit Apfel-Amaretto. Am nächsten
Tag sind wir nach Cottbus zurück gefahren und seit dem ist jeder Tag
ein Jubiläum.“ Wie
haben eure Freunde und Familien auf den Sieg reagiert? SPN-X:
„Die haben alle genauso gefeiert. Wir hatten zwei Fan-Busse mit, auf
der Rückfahrt hatte der Busfahrer eine harte Zeit. Vor allem die lokale
Presse hat sich sehr für uns gefreut. Es kamen ganze Seiten nur über
SPN-X.“ Habt
ihr in den Wochen darauf interessante Angebote für Auftritte erhalten? SPN-X:
„Es kamen viele Gigs, auch außerhalb von Cottbus, mit
Radio-Reportagen usw. Das hat uns ermöglicht, eine größere
Fangemeinde zu erobern. Und von Oktober bis Dezember gehen wir zum
ersten Mal richtig auf Tour.“ Was
macht ihr sonst? SPN-X:
„Wir proben jeden Tag ab 10.00 Uhr und schreiben neue Songs.“ Das
klingt nach großer Disziplin. Was ist, wenn ihr abends mal richtig
gefeiert habt? SPN-X:
„Eigentlich ziehen wir das durch. Wenn wir uns mal richtig verfeiert
haben, dann proben wir erst ab 11.30 Uhr.“ Verhalten
sich die Leute aus eurem Umfeld, jetzt, wo ihr in der Presse und auf
Musiksendern zu sehen seid, anders? SPN-X:
„Eigentlich nicht sonderlich. Klar, die Leute erkennen uns durch das
Musikvideo und sprechen uns manchmal auf der Straße an. Unsere Freunde
sind noch genauso „bescheuert“ wie früher. Witzig ist nur, dass wir
jetzt auf einmal zusätzliche Freunde haben, mit denen wir früher noch
nie was zu tun hatten.“ Ist
euer Leben nun richtig stressig geworden? SPN-X:
„Im Prinzip nicht. Natürlich gibt es hin und wieder Tage, an denen
viel anliegt. Heute Abend haben wir z.B. erst ein Konzert, danach fahren
wir nach Berlin, treten in einer Radio-Morningshow auf, fahren zurück
und ab 12.00 Uhr morgens ist dann „Nachtruhe“ angesagt. Solche Tage
sind wirklich stressig.“ Seid ihr mittlerweile denn stresserprobt? SPN-X:
„Ja, aber nur dadurch, weil wir oft auf dem Arbeitsamt gesessen haben.
Es gibt sogar Gerüchte, die sagen, dass wir vom Arbeitsamt zusammen
gecastet worden sind.“ Habt
ihr euch zum Ziel gesetzt, von der Musik zu leben? SPN-X: „Auf jeden Fall! Spaß zum Beruf zu machen, das ist das Größte. Michaela hat es auch mal mit der „Glücksspirale“ versucht. Wir hätten natürlich auch Mauerer werden können, aber dann würden wir nie das Geld für unseren Traum, eine eigene Softeismaschine, zusammenbekommen.“ Wie
war der Video-Dreh zu euer ersten Single? SPN-X:
„Das war Stress, den wir bislang nicht kannten. Wir mussten
stundenlang bei Regen und Sturm auf einem Dach stehen. Danach hatten wir
noch einen Gig.“ Welche
Erfahrungen habt ihr im Studio gemacht? SPN-X:
„Das war schon immer unser Ding, es hat viel Spaß gebracht. Wir
verstehen jedoch nicht, warum man einen Song kürzen muss, damit er
radiokompatibel ist. Wir schreiben seitdem nur noch Songs mit 3,09
Minuten, da kann uns so etwas nicht mehr passieren.“ Wo
spielt ihr am liebsten? SPN-X:
„Free, Fly, Fun und Open-Air! Wir spielen gern auf einer großen Bühne,
aber auch in kleinen Clubs und natürlich in unserem Proberaum. Am
liebsten würden wir mal im SO36 in Berlin spielen, da waren schon alle
Kultbands.“ Mit
welchen Idolen würdet ihr gern einmal gemeinsam auf der Bühne stehen? SPN-X:
„Mit Fips Asmussen und „Die Ärzte“, „Guns N’Roses“ oder „NO-FX“.“ Im
Film „Wie Feuer und Flamme“ spielen Bands wie z.B. die „Dead
Kennedys“ eine zentrale Rolle. Habt ihr zu 80er Jahre Punk-Bands noch
Beziehung? SPN-X:
„Wir waren zu dieser Zeit noch sehr jung. Aber in irgend einer
Schublade liegt solche Musik bei uns allen. Man hat das mal gehört und
mitgewackelt. Wir waren schon immer Fans der Punkmusik.“ Kennt
ihr die Geschichte des Punk in der DDR? SPN-X:
„Man hat nie Punks gesehen, und wenn, dann waren die ganz schnell
wieder um die Ecke verschwunden. Die Erinnerung an damals ist ziemlich
verschwommen. Wir wussten, dass es den Osten und den Westen gibt. Einmal
haben wir ein Konzert von den „Ärzten“ auf dem DDR-Sender DT64
aufgenommen. Das war klasse! Mit den drei Cassetten Mitschnitt war man König.“ Was
bedeutet heute Punk für euch? SPN-X:
„Punk ist alles, was cool ist und nicht
aneckt. Außerdem Fips Asmussen, unsere Grillecke und natürlich
Trickfilme.“ Wie
seht ihr euren Beitrag zur Musikszene? SPN-X:
„Wir sehen uns als Expander der deutschen Musik-Szene, lassen uns aber
nicht verbiegen. Wir sind flexibel und offen – wir sind so gesehen die
vier „Strippen“, die einfach zusammengehören.“ Habt
ihr außer der Musik noch andere Leidenschaften? SPN-X: „No Sports! Wir haben aber unseren eigenen Wettkampf im Kugelstoßen. Damit es fair zugeht, wird die Weite in Relation zur Körpergröße gesetzt. Ansonsten lieben wir es, in einem schönen Hotel zu übernachten und im Pool schwimmen zu gehen.“
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